Freiwillige Feuerwehr Aerzen

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Atemschutzgruppe

 

Eine Sondergruppe in der Feuerwehr Aerzen bilden die rund 25 Atemschutzgeräteträger. Ohne sie ist heutzutage eine effektive und effiziente Brandbekämpfung kaum noch möglich. Auch einen Einsatz mit Gefährlichen Stoffen und Gütern, könnten wir ohne diese Kameraden kaum bewältigen.

Die nachfolgenden Fragen und Antworten sollen einen Einblick in die Ausbildung, Ausrüstung und Arbeit der Atemschutzgruppe geben.

 

 

 

 Wie werde ich Atemschutzgeräteträger?

Zuerst einmal muss man mindestens 18 Jahre alt sein und erfolgreich am Truppmann-Lehrgang teilgenommen haben. Erfüllt man diese beiden grundlegenden Voraussetzungen, muss man sich noch bei einem Arbeitsmediziner zu einer besonderen Untersuchung vorstellen, bei der kurzgesagt die allgemeine Fitness unter Beweis gestellt werden muss. Bekommt man auch vom Arzt das Ok, kann man an einem zweiwöchigen Lehrgang in der FTZ teilnehmen. In diesem Lehrgang werden nicht nur die Technik und der Umgang mit Atemschutzgeräten erlernt, sondern auch taktisches Vorgehen im Brandeinsatz und die Rettung von vermissten Personen oder verunfallten Kameraden. Besteht man dann am Ende, die relativ anspruchsvolle Prüfung, hat man den „Führerschein“ für Atemschutzgeräte erworben und darf sich Atemschutzgeräteträger nennen.

 

 Wie geht es nach dem Lehrgang weiter?

Wenn man diesen ersten „Führerschein“ erworben hat, ist man noch lange nicht mit der Ausbildung fertig. Denn die erlernten Fähigkeiten werden einmal im Monat bei einem extra Dienst der Atemschutzgruppe geübt, vertieft und vor allem auch erweitert. Hier stehen neben theoretischen Unterrichten auch Einsatzübungen mit den verschiedensten Lagen auf dem Dienstplan. Weiterhin werden verschiedene Zusatzausbildungen z.B. an der Landesfeuerwehrschule in Celle oder auch in der FTZ in Kirchohsen angeboten. Denn nur durch eine gute Aus- und Fortbildung kann man Routine in diese schwierige und gefährliche Tätigkeit bringen.

 

 Wie fit muss ich als Atemschutzgeräteträger sein?

Man muss sicherlich kein durchtrainierter Triathlet sein, um in der Feuerwehr als Atemschutzgeräteträger eingesetzt zu werden. Man sollte aber körperlich und geistig relativ fit sein um den Belastungen im Einsatz standzuhalten. Schließlich können im Einsatz schnell Stresssituationen entstehen in denen man einen Kühlen Kopf behalten muss um wichtige und richtige Entscheidungen zu treffen. Und der Körper muss schon relativ fit sein um auch bei Temperaturen um die 400° Celsius, welche bei einem Wohnungsbrand schnell mal auftreten können, den Kopf so kühl zu halten, dass er trotz der schwierigen Arbeit diese Entscheidungen treffen kann. Seine Fitness muss man übrigens alle drei Jahre beim Arzt wieder unter Beweis stellen, da in diesen Abständen die oben genannte Untersuchung wiederholt wird.

 

 Mit welcher besonderen Ausrüstung arbeitet ein Atemschutzgeräteträger?

Als erstes bekommt man als Atemschutzgeräteträger eine besondere Einsatzkleidung, die uns im Brandeinsatz besser schützt, als die „normale“ Einsatzkleidung. Diese besteht aus einer extra dicken Jacke und Hose, einer Art „Sturmhaube“, einem besonderen Schal der am Helm befestigt wird und speziellen Handschuhen, was uns alles zusammen vor heißem Wasserdampf, den Temperaturen oder auch vor Stichflammen schützt.

Weiterhin haben wir natürlich das Atemschutzgerät, auch Pressluftatmer genannt, und die dazu gehörige Atemschutzmaske. Von diesen Atemschutzgeräten haben wir in der Aerzener Feuerwehr acht Stück. Das besondere daran ist, dass man in diesem „Rucksack“ seine eigene frische Luft mit in die Einsatzstelle nimmt, und man nicht auf die Umgebung angewiesen ist. Die Luft in dem Atemluftbehälter reicht übrigens für eine gute halbe Stunde.

Als ein weiterer wichtiger Teil unserer Ausrüstung ist sicherlich noch die Wärmebildkamera zu nennen. Diese wird im Bereich „Technik“ noch genauer erklärt. Interessant hierzu ist noch, dass es im gesamten Landkreis nur noch zwei weitere dieser rund 15.000 Euro teuren Wärmebildkameras gibt.

 

 Was macht ein Atemschutzgeräteträger im Einsatz?

Egal ob Gefahrgut- oder Brandeinsatz, die Atemschutzgeräteträger sind immer ganz vorne mit dabei, wenn es „dicke Luft“ gibt. Sie stellen dann die sogenannten Angrifftrupps und retten Menschen oder bekämpfen Gefahren, wie z.B. das Feuer.

Immer wenn es gilt ausgetretene Gefährliche Stoffe und Güter unschädlich zu machen, aufzufangen oder Lecks in Tanks zu schließen werden Atemschutzgeräteträger eingesetzt um in Chemikalienschutzanzügen diese Arbeiten auszuführen. Bei diesen Einsätzen kommen sie dann meist mit gesundheitsschädlichen Stoffen in Berührung, gegen die sie sich nur mit Hilfe von Atemschutzgeräten schützen können.

Auch wenn wir zu einem Brandeinsatz gerufen werden, geht heute nichts mehr ohne Atemschutz. Egal ob ein Müllcontainer, Fahrzeug, Wohnung, Dachstuhl oder gar eine Industrieanlage brennt, immer entstehen bei diesen Bränden giftige Gase wie z.B. Kohlenmonoxid oder Blausäuredämpfe. Unser Bestreben ist es heutzutage, „Kundenorientiert“ zu arbeiten, also dem Bürger den eh schon durch das Feuer entstandenen Schaden nicht noch durch unser Löschwasser zu vergrößern. Damit wir dies aber gewährleisten können, müssen wir dicht an das Feuer heran, also mitten in diesen giftigen Brandrauch, um es effektiv zu bekämpfen. Also müssen wir uns folglich auch der Gefahr dieser Atemgifte aussetzen. Und das geht nun mal nur mit Hilfe von Atemschutzgeräten.

Die wichtigste Aufgabe die die Atemschutzgeräteträger im Einsatz erfüllen, ist das Stellen eines Sicherheitstrupps für die eingesetzten Kräfte. Denn sollte bei einem Kameraden die Technik versagen oder er einen Unfall erleiden, muss dieser Trupp hinterher und seine Kameraden retten.

Denn egal, zu was für einem Einsatz wir gerufen werden, unsere Familien möchten uns nach dem Einsatz alle gesund und munter wieder haben.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen einen kleinen Einblick in die Atemschutzgruppe der Feuerwehr Aerzen geben.

Sebastian Bohne, FF Aerzen